Urlauberstimmen

Gisela Martin:
Über die Bauvorhaben in Hohwacht bin ich entsetzt und traurig. Ich hatte so gehofft, dass die Bürgerinitiative Erfolg haben würde. Warum kann niemand diese wahnsinnigen Investoren stoppen? Begreifen die Verantwortlichen nicht, dass sie eine einzigartige Idylle unwiederbringlich zerstören?
Wie gut, dass “unser”Genueser Schiff so schön geblieben ist, nach der an die Umgebung angepassten Vergrößerung. So geht es auch. Dennoch werden wir wohl nie wieder kommen.
Gisela Martin

 

Dirk:
Unfassbar! Wir machen seit ein paar Jahren immer wieder Urlaub in Hohwacht und haben bereits für das nächste Jahr gebucht. Aber das Kaputtbauen Hohwachts, von dem wir nun zufällig erfahren haben, lässt mich langsam daran glauben, dass der Urlaub im nächsten Jahr der letzte in Hohwacht sein wird.
Nicht nur das 17m Projekt am Dünenweg ist eine Bausünde ohne gleichen! Wie kann man nur ein 17m Häuserblock dort an den Strand stellen?
Hier nun können wir ersehen, dass auch unser geliebter kleiner Strandabschnitt den Anblick nachhaltig verändern wird. In diesem Fall geht es offenbar um das Haus Meeresblick, eines der schönsten direkt am Strand in bestem Zustand. Das Haus ist typisch für diesen Strandabschnitt, genauso wie Luv&Lee und das Strandhotel. Wie kann man hier nur einen 3-4 Stockwerke hohen Wohnblock hinstellen, der nichts mehr mit der klassischen Bauweise in Hohwacht gemeinsam haben wird? Wer verantwortet so eine Sünde?

Dem Strandhotel dahinter sage ich jetzt schon die Pleite voraus. Der Wohnblock wird das Strandhotel komplett in den Schatten legen. Zumal die Straße ohnehin nicht besonders breit ist.

 

Prof. Volker Giencke:
Ich bin empört!
Bebauung Dünenweg

Seit fast 40 Jahren mache ich Urlaub in Hohwacht. Nicht deshalb, weil mir über eine so lange Zeit keine andere touristische Destination einfiel, sondern weil die Schönheit der Knicklandschaft und die Lage des Ortes an der Hohwachter Bucht mich zum Nachdenken bringen und Entspannung bewirken.

Beruflich kenne ich fast die ganze Welt, weiß also um die Besonderheit von Ländern und Landschaften.

Ich bin u.a. und seit langem Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten (BDA), bin Österreicher, habe einen Deutschen zum Vater und eine deutsch-österreichisch gemischte Familie und Verwandtschaft.

Meine zeitlichen Verpflichtungen sind groß, was ich im konkreten Fall Hohwacht bedauere. Ich hätte gerne ein Gutachten vorgelegt, konnte aber die Woche, die es zumindest braucht, um ein solches fundiert zu verfassen, nicht in meinem Zeitplan unterbringen – ich weiß erst seit ca. 10 Tagen über die Möglichkeit des Einspruches Bescheid. Ab morgen, 02.12.2016, bin ich für 10 Tage beruflich in Asien, d.h. ich habe nur mehr heute die Möglichkeit mein Statement abzugeben. Ich weiß, dass Kommentare von der Gegenseite nicht ernst genommen werden, bin aber für die Sache bereit alle Möglichkeiten, die sich bieten, einzusetzen.

Dieser Kommentar ist aus den oben erwähnten Gründen ein emotional fachlicher, durchaus ernst zu nehmender Beitrag.

Ich bin empört.

Es ist ein Argument der Gegenseite, dass sich das vorliegende Projekt „Dünenweg 8“ in das Ortsbild einfügt und es prägend weiterentwickelt. Es ist kein Argument, sondern eine Drohung. Und ich nenne die Gemeindevertretung die Gegenseite, weil sie bewusst oder aus Unfähigkeit bereit ist, Hohwacht Schaden zu zufügen. Oder wie ist es zu verstehen, wenn für eine optische Barriere zur Ostsee als Aushängeschild eines Ferienortes geworben wird? Wie ist es zu verstehen, wenn die Kreisplanung Plön die durch die vorgeschlagene Bebauung bedrohliche Situation für Hohwacht erkennt und die Gemeinde ausdrücklich darauf hinweist und diese reagiert nicht? Plön spricht von einer „Reihe aus beachtlich massiven und wuchtigen Baukörpern“ auf dem Strandwall und empfiehlt die angestrebte bauliche Dichte und die architektonische Gestaltung auch unter dem Aspekt der Schaffung ortsplanerischer und touristischer Qualitäten zu diskutieren. Von der Berücksichtigung der „Wirkung auf das bauliche Ortsbild und die damit zusammenhängende Aufenthaltsqualität für Bewohner und Touristen“ wird gesprochen und empfohlen, „bauliche Maße und Proportionen der Neubebauung an der Nachbarbebauung zu orientieren, ohne deren Maximalmaße in Anspruch zu nehmen …“

Bürgermeister und Gemeinderat haben die Empfehlungen der Kreisverwaltung negiert, die Öffentlichkeit davon nicht in Kenntnis gesetzt. Vielfach in allen Prospekten der Gemeinde zitiert, ist in Hohwacht kein Haus höher als die umgebenden Bäume es sind. Wer sich nicht daran hält, ist die Gemeinde. Die Neubebauung ist 17m hoch, die umgebenden Bäume und Sträucher kaum über 5m. Die unmittelbaren Nachbarn des vorliegenden Projektes am Dünenweg sind 1-geschossig, einmal mit ausgebautem Satteldach.

„Eine Bebauung, die sich in das Ortsbild einfügt und es prägend weiterentwickelt“. Diese Behauptung ist nicht nur kühn, sondern vor allem falsch. Solche unreflektierten Aussagen haben keinen informativen Wert. Sie verwirren die Beteiligten. Was ist schön? Was ist hässlich?
Das vorliegende Projekt hat keine gestalterische Qualität. Das heißt, es fügt sich weder in das Orts und Landschaftsbild ein, noch erreicht es eine eigenständige Architekturqualität, die eine Ausnahme von gesetzlichen Bestimmungen rechtfertigen würde. Das vorliegende Projekt hat aufgrund seiner formal gesetzlichen und architektonischen Fehler alles andere als Vorbildcharakter, es überschreitet jeden erträglichen Maßstab, schädigt das Ortsbild in unverantwortlicher Weise und zerstört die nachhaltige touristische Zukunft von Hohwacht.

Die Erklärung, dass die Gemeinde sich in Erwartung hoher Entschädigungszahlungen bei Ablehnung des Projektes in finanzielle Abenteuer stürzen würde, zeigt offen, dass die Gemeinde sich in Geiselhaft des Bauträgers befindet. Wie verlogen dieser Hinweis an die Bevölkerung ist, wird jedem klar, der weiß, dass die Gemeinde ohne Schaden zu nehmen sich auf bestehende Richtlinien und Gesetze hätte berufen können, um positiven Einfluss auf das Projekt zu nehmen, bzw. es überhaupt zu verhindern. Nein, tatsächlich will die Gemeinde die Verwirklichung dieses Projektes. Fragen Sie mich nicht warum? Jedenfalls sind Tourismusförderung und Arbeitsplatzsicherung durch nichts belegte billige Ausreden für ein Verhalten, dessen Hintergründe die Bevölkerung ahnt aber nicht kennt.

Die Behörde und eine der Anständigkeit verpflichtende Politik hätten allen Grund dieses Projekt zu verhindern anstatt es zu fördern. Sollte dieses geistige Verbrechen tatsächlich Realität werden, ist die Mitschuld der Raumplanung, des Ortsbild- und Landschaftsschutzes und aller beteiligter Behörden festgeschrieben.

Allerdings zeigt die Zerstörung der deutschen Ostseeküste durch touristische Belanglosigkeiten, dass bestehende Verbrechen im Falle Hohwacht´s nur fortgesetzt werden würden. Wenn Heilighafen usw. nicht als das Schreckgespenst einer baulichen und touristischen Fehlentwicklung gesehen werden, sondern als gelungene Ortsentwicklung angepriesen werden, wie im gegenständlichen Fall, dann, gute Nacht, Deutschland.

Umso verständlicher wird die Betroffenheit mündiger Bürger und ebenso ihr berechtigter Aufstand dagegen. Empört euch! Lasst euch auch nicht mit Kompromissen abspeisen!

Verlangt saubere Politik, sauberen Umweltschutz, saubere Raumplanung, sauberen Ortsbild- und Naturschutz, saubere Architektur!

Architecture is the physical act of poetry – das Projekt Bebauung Dünenweg Hohwacht ist weit davon entfernt. Diesen Satz sagte Präsident Obama anlässlich der Auszeichnung amerikanischer Künstler.

Barack Obama ist kein Architekt, nicht irgendwer, sondern der einzige Politiker von Weltrang, der der Welt zeigt, dass Politik mit Gestaltung und letzten Endes mit Kultur zu tun hat. Denn die Geschichte der Menschheit ist eine Kulturgeschichte, eine Geschichte der Kunst und der Architektur – genau das Gegenteil davon, was in Hohwacht augenblicklich passiert. Es darf nicht passieren!

Prof. Volker Giencke

 

A. Braschoß:
Schade das so ein schöner Ort so verschandelt wird, Hohwachter seit wachsam.

 

MAO:
Jammer dat men moet constateren, dat juist diegenen die Hohwacht GROOT hebben gemaakt en dat juist diegenen die Hohwacht’s identiteit vele jaren hebben gevormd, geen stem hebben in een -laat ik het zo noemen- de ontwikkeling van hun eigen “Heimat”.
Hohwacht geniet een hoge reputatie onder hun bewoners en sterker nog onder hun trouwe bezoekers, die elk jaar weer naar Hohwacht komen, juist vanwage wat Hohwacht is!
Laten we eerlijk zijn: niet alles wat blinkt is goud; laat je geen rad voor de ogen draaien door grootinvesteerders of door je eigen politici.
Onomkeerbare gevolgen voor natuur en imago!
Zorg voor draagvlak en kies ALTIJD voor je eigen bevolking. Daarna ziet de wereld er ineens heel ander uit.
Fam. O aus Holland

 

Sylvia:
Es ist eine Schande , das idyllische Hohwacht zu zerstören und nicht nur das.

 

Britta Peth Semic:
Schade, dass Hohwacht als ruhiges Fischerdorf so wie ich es kannte, durch die ganze Bebauung zerstört wird!

 

Grafenhain:
Aufgepasst Hohwacht.
Über Sylvester 2015/16 haben mein Freund und ich eine entspannte Woche im ruhigen Hohwacht verbracht.
Unsere Unterkunft hatten wir im Haus “Meerblick” und schon am nächsten Tag war ich in diesen kleinen Ort und das Haus “Meerblick” verliebt.
Ein Mitarbeiter der Firma Domus, informierte mich darüber, dass das Haus bereits für den Abriss vorgesehen sei und in ca. zwei Jahren durch eine Reihe von Ferienwohnungen ersetzt werden würde. Die Bausubstanz sei abgängig und das Haus aus dem Jahre 1870 nicht mehr erhaltenswürdig. Schade.
Diese Mitteilung hat mich aufgeschreckt, denn es steht nun zu befürchten, dass die neue Bebauung die Höhe des bestehenden Hauses bei weitem überschreiten wird. Angeblich, so wurde mir mitgeteilt, dürfe die Bebauung die Baumhöhe nicht überschreiten. Aber welche Baumhöhe? In der Nähe des Grundstücks konnte ich lediglich einen kleineren Baum von ca. 6 Metern ausmachen. Was also bedeutet in diesem Fall “Baumhöhe”? Welcher Baum wird als Vergleichsgröße herangezogen?
Auch dürfe das 3000qm große Grundstück bis zu 80% bebaut werden
Mit einer höheren und deutlich erweiterten, geschlossenen Bebauung als der bestehenden, wäre der Charme von Alt-Hohwacht dahin. Gerade der Weg durch Alt-Hohwacht zum Strand, der immer wieder den Blick zwischen den Häusern auf die Ostsee zulässt, vermittelt Großzügigkeit und Respekt gegenüber der Natur und dem Erholungsuchenden. Die Bebauung eines Ortes sollte naturgemäß zum Meer abfallend gestaltet werden und nicht umgekehrt. Noch würde ich Hohwacht jedem empfehlen, der Entspannung sucht – auch und vor allem in der Nebensaison.
Bislang verfügt der Ort über ca.2150 Betten, die sich auf kleine und mittlere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen und Ferienhäuser verteilen. Ein mittlerer Supermarkt mit gedrosselten Öffnungszeiten sorgt auch in der Nebensaison zuverlässig für die Bedürfnisse der Anwohner und Feriengäste. Mind.150 Tage des Jahres stehen die meisten Betten jedoch leer, die Unterkünfte sind teilweise geschlossen. Bei weiterer Bebauung durch Investoren, stünden weitere Betten leer, denn schließlich haben sie dort kein Mittelmeerklima. Nach und nach entstünde eine weiteres Feriengetto, in dem Investoren gierig ihr Geld parken und vom Charme der Bescheidenheit und dem Respekt vor der Natur keine Spur mehr. Beispiele genug sieht man rechts und links entlang der Ostseeküste von Kiel bis Lübeck.