Schönheitswettbewerb: Flüchtlingsunterkünfte versus Hohwachter Luxusapartments

Anna Vonnemann, 3. Mai 2017

Eine Freundin wies mich darauf hin, dass aktuelle Bauprojekte für Flüchtlingsunterkünfte, aber auch Sozialbauten, mancherorts interessanter und ansprechender seien sollen, als die anstehenden Hohwachter Bauvorhaben der Firma Domus oder Anders. Ihrer Meinung nach würden sich diese Billigkonzepte oft auch deutlich besser in die Umgebung einpassen und mehr Rücksicht auf den Menschen nehmen.

Ich habe recherchiert und stelle Ihnen nun einen Vergleich zwischen den geplanten Luxusapartments am Dünenweg und einigen Flüchtlingsunterkünften und Sozialwohnungen vor.

Urteilen Sie selber!

 

Luxusapartments Hohwacht, Am Dünenweg:

 

Flüchtlingsunterkünfte/Sozialwohnungen:

 Foto: bauwissen.de
Sozialwohnungen in Sa Pobla

 

   Sozialer Wohnungsbau in Turin

 

   Foto: containers-solutions.com für Flüchtlinge

 

 Foto: Container Living für Flüchtlinge
Verspiegelte Aussenwände reflektieren die Umgebung.

 

 Foto: Container Living für Flüchtlinge
…begrünt verschmilzt das Haus mit der Umgebung
 Foto: Leoni, Haus Buchenried
Flüchtlingsunterkunft Starnberg

 Foto: Immobilienreport.de
Kostengünstige Sozialwohnungen von Aravena

Foto: Container Living für Flüchtlinge
Mit weiß gestrichenen Europaletten verkleidet, modern, leicht und luftig…

 

Sozialwohnungen in Gent: Dieser Häuserkomplex am Wasser kommt dem Hohwachter Bauvorhaben am Dünenweg in Bezug auf das Volumen und die erhöhte Lage am Wasser am nächsten. Die Hohwachter Häuser werden jedoch noch ein Stockwerk höher.

Foto: Neutelings Riedijk Architecten

 

 

Kreis Plön

Hier finden Sie Auszüge aus der  Stellungnahme des Kreis Plön zur erneuten Offenlegung gem. § 4a (3) BauGB – Planfassung vom: Oktober 2016

2. Dezember 2016

…Ich weise daher noch einmal auf die qualitative Bedeutung der zulässigen baulichen Maximalmaße für den Standort Strandwall hin. Die Baufläche SO 1 prägt die Eingangssituation und den ersten Blick auf die Gemeinde Hohwacht für ankommende Gäste und Bewohner. Die Baufläche SO 2 bestimmt den Eindruck der Ortsmitte für Feriengäste und Besucher auf dem Weg von und zum Strand. Diese beiden, für die Gesamtgemeinde prägenden Flächen, sollten mit einer besonders pfleglichen, der Aufenthaltsqualität besonders förderlichen Bebauung versehen werden. Die Authentizität der Ostseegemeinde Hohwacht, kleinteilig, regionaltypisch, mit dem Charme norddeutscher hochwertiger Angebote, kann nicht bewahrt und aufgewertet werden durch eine weitgehend optimierte kubische Mansarddachbebauung…

…Der jetzige Entwurf zeigt also keine tatsächliche Entwicklung auf, die den Aspekt Ortsbild besser berücksichtigt.
Verbunden mit den vorgesehenen Mansarddächern in den Baufeldern 1 und 2 ergeben sich Gebäudekubaturen am Strandwall, welche aus hiesiger Sicht die Gefahr bergen, eine unmaßstäbliche, die bestehenden Defizite verstärkende Wirkung zu entfalten

… Der jetzt vorgelegte Entwurf des Bebauungsplans Nr. 20 ist Gegenstand zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung und angrenzenden Betrieben, aus denen Bedenken und Vorbehalte hervorgehen. Es ist jetzt nicht abzusehen, ob sich hieraus Gründe für eine Normenkontrolle entwickeln, aber der Plan ist im Vergleich zu anderen Verfahren konfliktträchtig. ….

… Die unter Punkt 4.5 „Verkehrserschließung“ des Entwurfes, angedachte Erschließung über die Ringstraße, um den Parkplatz im westlichen Plangebiet, als verkehrsberuhigter Bereich i.S. einer 30er-Zone, ist widersprüchlich….

Grundsätzlich ist die Bebauung des Strandwalls im SO 1 zu hinterfragen. Eine Optimierung der touristischen Infrastruktur des Ortes lässt sich auch durch qualitatives Wachstum im Bestand verwirklichen, nicht nur durch Wachstum in der Fläche.
Sollte tatsächlich in diesem prominenten und sensiblen Bereich ein „hochbaulicher Eingriff“, der die städtebauliche Maßstäblichkeit des Ortes deutlich verändert, realisiert werden, dann muss ein architektonischer und konzeptioneller „Leuchtturm“ entstehen, der neue Maßstäbe in der Beherbergungsinfrastruktur des Kreises Plön setzt.
Die Frage ist, ob der klassische Dreiklang – Hotel (mit nur 22 Zimmern) – Konferenz – Wellness die richtige Lösung für diesen Standort ist, zumal bereits am Ort vorhanden?…

…Die Gemeinde Hohwacht sollte die Weitsicht und den Mut haben, in außergewöhnlicher Lage ein außergewöhnliches Konzept umzusetzen. Die vorliegende Planung wird zumindest die-sem besonderen Anspruch nicht gerecht….

Und sie werden immer dreister…

Mit jeder Überarbeitung des B-Planes 20, Am Dünenweg, wird die vorgesehene Bauhöhe erhöht.

Der erste Entwurf sah für den alten Deich eine maximale Bauhöhe von 9,5 Metern vor.
Der zweite Entwurf erlaubte eine Bauhöhe von maximal 14,75 Metern.
Der jetzt vorgestellte Bebauungsplan sieht eine Bauhöhe von 17,75 Metern vor.

Damit Sie sich vorstellen können was 17,75 Meter bedeutet, hier ein Beispiel.
Das vordere Eckhaus ist „nur“ 15,50 Meter hoch:

KN: Kreis kritisiert Bebauung am Dünenweg

KN, 27. März 2017
von Hans-Jürgen Schekahn

APARTMENTS IN HOHWACHT

Die Gemeindevertreter in Hohwacht entscheiden am Dienstag erneut über Anregungen und Bedenken zum Bau von vier Apartmenthäusern am Dünenweg. Die Wohnanlage ist umstritten. Aus Sicht der Kreisverwaltung sollte sie so nicht gebaut werden.

Am Parkplatz in Hohwacht direkt am Strandwall sollen vier Apartmenthäuser entstehen.

Hohwacht. Die Stellungnahme des Kreises zum Bebauungsplan enthält viel Kritik, die man auf den kurzen Nenner bringen könnte: zu groß, zu hoch, unpassende Architektur. „Verbunden mit den vorgesehenen Mansarddächern ergeben sich Gebäudekubaturen am Strandwall, welche aus hiesiger Sicht die Gefahr bergen, eine unmaßstäbliche, die bestehenden Defizite verstärkende Wirkung zu entfalten“, heißt es dort aus Sicht der Kreisplanung.

Die Stabsstelle Tourismus des Kreises reibt sich vor allem an der Architektur der Apartments, die mit dem benachbarten Hotel Haus am Meer verbunden sind. Wenn man schon in diesem prominenten Bereich baue, dann solle dort ein „architektonischer und konzeptioneller Leuchtturm entstehen“, heißt es in der Stellungnahme.  Die Gemeinde Hohwacht sollte die Weitsicht und den Mut haben, in außergewöhnlicher Lage ein außergewöhnliches Konzept umzusetzen.