Kreis Plön

Hier finden Sie Auszüge aus der  Stellungnahme des Kreis Plön zur erneuten Offenlegung gem. § 4a (3) BauGB – Planfassung vom: Oktober 2016

2. Dezember 2016

…Ich weise daher noch einmal auf die qualitative Bedeutung der zulässigen baulichen Maximalmaße für den Standort Strandwall hin. Die Baufläche SO 1 prägt die Eingangssituation und den ersten Blick auf die Gemeinde Hohwacht für ankommende Gäste und Bewohner. Die Baufläche SO 2 bestimmt den Eindruck der Ortsmitte für Feriengäste und Besucher auf dem Weg von und zum Strand. Diese beiden, für die Gesamtgemeinde prägenden Flächen, sollten mit einer besonders pfleglichen, der Aufenthaltsqualität besonders förderlichen Bebauung versehen werden. Die Authentizität der Ostseegemeinde Hohwacht, kleinteilig, regionaltypisch, mit dem Charme norddeutscher hochwertiger Angebote, kann nicht bewahrt und aufgewertet werden durch eine weitgehend optimierte kubische Mansarddachbebauung…

…Der jetzige Entwurf zeigt also keine tatsächliche Entwicklung auf, die den Aspekt Ortsbild besser berücksichtigt.
Verbunden mit den vorgesehenen Mansarddächern in den Baufeldern 1 und 2 ergeben sich Gebäudekubaturen am Strandwall, welche aus hiesiger Sicht die Gefahr bergen, eine unmaßstäbliche, die bestehenden Defizite verstärkende Wirkung zu entfalten

… Der jetzt vorgelegte Entwurf des Bebauungsplans Nr. 20 ist Gegenstand zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung und angrenzenden Betrieben, aus denen Bedenken und Vorbehalte hervorgehen. Es ist jetzt nicht abzusehen, ob sich hieraus Gründe für eine Normenkontrolle entwickeln, aber der Plan ist im Vergleich zu anderen Verfahren konfliktträchtig. ….

… Die unter Punkt 4.5 „Verkehrserschließung“ des Entwurfes, angedachte Erschließung über die Ringstraße, um den Parkplatz im westlichen Plangebiet, als verkehrsberuhigter Bereich i.S. einer 30er-Zone, ist widersprüchlich….

Grundsätzlich ist die Bebauung des Strandwalls im SO 1 zu hinterfragen. Eine Optimierung der touristischen Infrastruktur des Ortes lässt sich auch durch qualitatives Wachstum im Bestand verwirklichen, nicht nur durch Wachstum in der Fläche.
Sollte tatsächlich in diesem prominenten und sensiblen Bereich ein „hochbaulicher Eingriff“, der die städtebauliche Maßstäblichkeit des Ortes deutlich verändert, realisiert werden, dann muss ein architektonischer und konzeptioneller „Leuchtturm“ entstehen, der neue Maßstäbe in der Beherbergungsinfrastruktur des Kreises Plön setzt.
Die Frage ist, ob der klassische Dreiklang – Hotel (mit nur 22 Zimmern) – Konferenz – Wellness die richtige Lösung für diesen Standort ist, zumal bereits am Ort vorhanden?…

…Die Gemeinde Hohwacht sollte die Weitsicht und den Mut haben, in außergewöhnlicher Lage ein außergewöhnliches Konzept umzusetzen. Die vorliegende Planung wird zumindest die-sem besonderen Anspruch nicht gerecht….

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8 Gedanken zu “Kreis Plön

  1. Was muss noch passieren, damit der Bürgermeister und die Gemeindevertreter zur Besinnung kommen? Der Kreis Plön hat doch deutliche Fingerzeige aufgezeigt, dass durch die geplante Bebauung der Ortscharakter zerstört wird. Wer übt hier welchen Druck aus?

  2. Langsam frage ich mich, ob es nicht einen Weg gibt, den Bürgermeister und den Gemeinderat wegen Amtsmissbrauch abzusetzen.

  3. Wie ist denn hier das Procedere? Stoppt der Kreis den bestehenden Plan oder kann die Gemeinde die Anmerkungen ignorieren?

    • Soweit ich weiß, könnte der Kreis das Vorhaben stoppen. Die rechtlichen Grundlagen existieren. Salopp gesagt wird der Kreis das aber nicht machen, weil alle so dicke miteinander verbandelt sind. Der Kreis will keinen Ärger mit einem der Bürgermeister. Die Bürger sind denen egal.

      Schauen Sie sich mal die Vorgänge an, die zur Zerstörung des alten Knicks geführt haben. Bürgermeister, Kreis, Investoren, aber auch die Umweltbehörde in Kiel, alle helfen einander. Sie gehen überaus kreativ mit den Gesetzen um. Die gelten sowieso nur für den normalen Bürger. Gerne stellen wir Ihnen die Prozessakten zur Verfügung.
      Siehe Beitrag:
      „Von lästigen Gesetzen und wie man sie umgeht“
      „Unser verlorener Kampf für den Erhalt des alten Knicks“

      • Zum Thema …miteinander verbandelt…:
        Auf der Gemeindevertreterversammlung Hohwacht am 9.9.2013 stellte sich der neue Amtsvorsteher von Lütjenburg vor. Er erzählte den Anwesenden, dass er zusammen mit Herrn Potrafsky (Bürgermeister von Hohwacht) bei der Bundeswehr gedient hätte. Sie wären sogar in der gleichen Einheit gewesen.

        Glauben Sie wirklich, dass hier einer von den beiden bereit wäre, dem anderen Schwierigkeiten zu machen?

        So ähnlich wird es überall zugehen….

  4. „Bausünden“ und „Ortsverschandelunge­­n“ sollten strafrec­h­tlich geahndet wer­de­n.
    Es wird Zeit für ei­­nen „Regierungs“-We­c­hsel, bevor es zur Umsetzung dieses und noch anderer Vor­haben kommt; ansonsten kann sich die Gemeinde Hohwacht in „Ge­meines Hochw­acht“ umbenennen….

  5. Das Bundesgesetz über Naturschutz und Landschaftspflege besagt:

    Im Außenbereich dürfen an Bundeswasserstraßen und Gewässern erster Ordnung sowie an stehenden Gewässern mit einer Größe von mehr als 1 Hektar im Abstand bis 50 Meter von der Uferlinie keine baulichen Anlagen errichtet oder wesentlich geändert werden. An den Küstengewässern ist abweichend von Satz 1 ein Abstand von mindestens 150 Metern von der mittleren Hochwasserlinie an der Nordsee und von der Mittelwasserlinie an der Ostsee einzuhalten.

    Das ganze Vorhaben ist daher gesetzeswidrig und müsste spätestens beim Bauantrag gekillt werden.

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