Leserbrief: Aufgepasst Hohwacht

Über Sylvester 2015/16 haben mein Freund und ich eine entspannte Woche im ruhigen Hohwacht verbracht.
Unsere Unterkunft hatten wir im Haus “Meerblick” und schon am nächsten Tag war ich in diesen kleinen Ort und das Haus “Meerblick” verliebt. .
Ein Mitarbeiter der Firma Domus, informierte mich darüber, dass das Haus bereits für den Abriss vorgesehen sei und in ca. zwei Jahren durch eine Reihe von Ferienwohnungen ersetzt werden würde. Die Bausubstanz sei abgängig und das Haus aus dem Jahre 1870 nicht mehr erhaltenswürdig. Schade.

Diese Mitteilung hat mich aufgeschreckt, denn es steht nun zu befürchten, dass die neue Bebauung die Höhe des bestehenden Hauses bei weitem überschreiten wird. Angeblich, so wurde mir mitgeteilt, dürfe die Bebauung die Baumhöhe nicht überschreiten. Aber welche Baumhöhe? In der Nähe des Grundstücks konnte ich lediglich einen kleineren Baum von ca. 6 Metern ausmachen. Was also bedeutet in diesem Fall “Baumhöhe”? Welcher Baum wird als Vergleichsgröße herangezogen?

Auch dürfe das 3000qm große Grundstück bis zu 80% bebaut werden
Mit einer höheren und deutlich erweiterten, geschlossenen Bebauung als der bestehenden, wäre der Charme von Alt-Hohwacht dahin. Gerade der Weg durch Alt-Hohwacht zum Strand, der immer wieder den Blick zwischen den Häusern auf die Ostsee zulässt, vermittelt Großzügigkeit und Respekt gegenüber der Natur und dem Erholungsuchenden. Die Bebauung eines Ortes sollte naturgemäß zum Meer abfallend gestaltet werden und nicht umgekehrt. Noch würde ich Hohwacht jedem empfehlen, der Entspannung sucht – auch und vor allem in der Nebensaison.
Bislang verfügt der Ort über ca.2150 Betten, die sich auf kleine und mittlere Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen und Ferienhäuser verteilen. Ein mittlerer Supermarkt mit gedrosselten Öffnungszeiten sorgt auch in der Nebensaison zuverlässig für die Bedürfnisse der Anwohner und Feriengäste. Mind.150 Tage des Jahres stehen die meisten Betten jedoch leer, die Unterkünfte sind teilweise geschlossen. Bei weiterer Bebauung durch Investoren, stünden weitere Betten leer, denn schließlich haben sie dort kein Mittelmeerklima. Nach und nach entstünde eine weiteres Feriengetto, in dem Investoren gierig ihr Geld parken und vom Charme der Bescheidenheit und dem Respekt vor der Natur keine Spur mehr. Beispiele genug sieht man rechts und links entlang der Ostseeküste von Kiel bis Lübeck.

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