Und es geht noch größer: Neuer Bebauungsplan für Althohwacht

Um es vorweg zuschicken: Die Althohwachter müssen selbst entscheiden, wie sich ihr Ortsteil in Zukunft entwickeln soll. Jetzt haben sie noch die Möglichkeit, durch Mitwirkung am neuen Bebauungsplan, das Bild des Ortes mit zu gestalten.

Sie sollten aber aufpassen, dass sie sich durch das stramme Vorantreiben des Bebauungsplanes nicht überfahren lassen. So wie er jetzt angedacht ist, enthält er Fallstricke, die sich auf den ersten Blick nicht erschließen. Auch der Beitrag der KN vom 5.12.2013 zum Thema Bebauungsplan Althohwacht ist nicht dazu geeignet, die Bürger auf problematische Passagen aufmerksam zu machen. Daher möchten wir an dieser Stelle den KN Artikel „Historische Baustruktur für die Zukunft erhalten“ in einigen Punkten zurechtrücken.

Auf der Gemeinderatssitzung vom 2. Dezember wurde  der zukünftige Bebauungsplan für Althohwacht vorgestellt. Er enthält folgende, aus unserer Sicht problematische Eckpunkte:

Zukünftig werden Bauhöhen von bis zu 14 Metern erlaubt sein. Damit wären vierstöckige Häuser plus Satteldach möglich.

Hauptgebäude dürfen bald 60% der Grundstücksfläche einnehmen. Zusätzlich zum Hauptgebäude können Nebengebäude errichtet werden. Diese dürfen flächenmäßig maximal halb so groß wie das Hauptgebäude werden. Zusammen wäre damit 90% des Grundstückes überbaut. Da der Gesetzgeber aber nur eine Überbauung von bis zu 80% zulässt, müssen sich auch Hohwachter Bauherren daran halten.
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass eine Flächenüberbauung von maximal 80%, so wie sie jetzt für Althohwacht genehmigt werden soll, der innerstädtischen Überbauung deutscher Großstädte entspricht.
Die jetzige Überbauung Althohwachts beträgt durchschnittlich nur ca. 40%. In anderen Bereichen Hohwachts beträgt sie selten mehr als 20%, oft ist sie sogar wesentlich geringer.

Auch das Anbringen von Reklame wird neu geregelt. Anlieger dürfen zum Zwecke der Eigenwerbung Schilder und Leuchtreklame anbringen, auch überdimensionierte. Der Größe und Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Verboten sind lediglich blinkende Reklameschilder oder leuchtende Laufbänder, so wie sie von der Reeperbahn bekannt sind. Die KN vom 5.12.2013 nennt dies „Verzicht auf grelle Werbeplakate“.

In Erinnerung an das ursprüngliche Althohwacht sollen Neubauten die bestehende Farbigkeit aufnehmen. Für das Dach sind Satteldach und gewellte Dachziegel vorgesehen. Vom Grundsatz her sind diese Vorgaben durchaus erfreulich. Da die Gebäude aber bis zu 14 Meter in die Höhe ragen dürfen, was einem 4-stöckigen Gebäude plus Satteldach entspräche und die Grundstücke in Zukunft bis zu 80% überbaut werden können, bleibt möglicherweise sehr wenig übrig vom ursprünglichen Althohwacht.
Wenn die KN vom 5.12.2013 diese Vorgaben dann mit der Überschrift kommentiert: „Historische Baustruktur für die Zukunft erhalten“ kommt dies einer Irreführung ihrer Leser gleich.

Tschüss, Althohwacht!

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