Milchmädchenrechnung

Rechenbeispiel für die Häuser Reiherstieg 12

Anmerkung:
Mit der Kostenkalkulation der Häuser im Reiherstieg 12 wurde ein Architektenbüro beauftragt. Dem Architekten lagen die Baupläne vor, wie sie vom Bauamt Plön zur Verfügung gestellt wurden und auch die Werbeprospekte der Firma Domus. Die Berechnung basiert auf der Annahme, dass der Bauherr gleichzeitig auch die ausführende Baufirma ist.

Die Vorbesitzerin des Hauses Reiherstieg 12 hatte ihr Haus lange Zeit vergeblich für 340.000 Euro zum Kauf angeboten. Es ist daher anzunehmen, dass das Grundstück zu einem günstigeren Preis verkauft wurde. Für die Berechnungen wurden 300.000 Euro angesetzt.

Die reinen Baukosten pro Haus wurden, je nach Ausführung, mit etwa 500.000 Euro veranschlagt.

Die Wohnungen werden für ca. 160.000 Euro/Stück verkauft. Gebaut wird erst, wenn eine bestimmte Anzahl von Wohnungen verkauft wurden. Damit wird gewährleistet, dass die Investitionskosten und Gewinne in ungefähr einem Jahr wieder eingefahren werden können.

Das ergibt folgende Rechnung:

Investitionskosten:
300 000 Euro Grundstück
500 000 Euro Baukosten Haus 1
500 000 Euro Baukosten Haus 2
1 300 000 Euro Gesamtkosten

Einnahmen aus dem Verkauf von 14 Eigentumswohnungen:
14 x ca. 160 000 Euro = ca. 2 240 000 Euro

Gewinn:
Ca. 960 000 Euro. Dies entspricht einer Verzinsung der Einlage
von etwa 74%.

Die Bauvorhaben in der Strandstraße und an anderen Stellen dieser Gemeinde versprechen, mindestens ebenso gewinnbringend für den Investor zu werden. Das Interesse der Firma Domus an Hohwacht ist also nachvollziehbar.

Fazit
Solche Gewinne sind aber nur durch eine maximale Ausnutzung von Grundstücksfläche und Bauvolumen zu erzielen. Es verwundert also nicht, wenn sich viele Hohwachter Bürger und vor allem betroffenen Anwohner gegen solche Baumaßnahmen sperren. In einem Ort, in dem kleine Häuser oft in großzügig angelegten Gärten stehen, haben solche Maximalbauten eine den Ortscharakter zerstörende Wirkung.

Auch beschwichtigende Aussagen wie, “Hohwacht wird von den Investitionen profitieren”, sind nicht geeignet, die Bürger zu täuschen, was wirklich passiert. Die Investitionen werden nicht, wie propagiert, in Hohwacht bleiben, sondern fast ausschließlich ortsfremden Bau-, Handwerker- und Zulieferfirmen zugute kommen.

Da zukünftige Wohnungskäufer ihren ersten Wohnsitz wohl kaum nach Hohwacht verlegen, werden auch keine Steuereinnahmen in die Hohwachter Kassen gespült. Und selbst das zukünftige Reinigungspersonal und mögliche Gärtner wird man vermutlich im Umland suchen müssen. Ich jedenfalls habe es in all den Jahren nie geschafft, einen Hohwachter für diese Arbeiten gewinnen zu können. Und auch der Strandkorbvermieter rechnet nicht mit einer höheren Nachfrage.

Die Belastungen aber, wie beispielsweise Baulärm, Beschädigungen der Straßen durch schwere Baufahrzeuge sowie die Bereitstellung der teuren Infrastruktur haben allein die Hohwachter Bürger zu tragen.
.

Reich werden nur die Anderen.

Verfasser: Anna Vonnemann

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Strandstraße in Althohwacht.
Hier wird als nächstes gebaut.
Nach Informationen aus dem Gemeinderat plant die Firma Domus in dieser Straße Großbauten mit insgesamt 48 Wohneinheiten .

 

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